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Urlaub zwischen Kultur und Tradition

Im Bayerischen Wald wird der Lebensart und Tradition noch viel Bedeutung beigemessen, so auch in Bayerisch Eisenstein.

Viele alte Bräuche sind im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, doch das ausgeprägte Traditionsbewusstsein unserer Region ließ viele Bräuche überleben oder zum Teil auch in neuem Glanz wiedererstehen.

 

Flurdenkmäler

Toten- und Gedenkbretter zählen, genau wie Weg- und Feldkreuze, Bildstöcke und Kreuzwege, zu den zahlreichen Flurdenkmälern die in unserer Region noch heute zahlreich anzutreffen sind.

 

Flurdenkmäler sind Zeugen der Volksfrömmigkeit unserer Vorfahren und werden auch heute noch zur Ehre und zum Lobpreis Gottes auf Grund von zumeist bestimmten Ereignissen an bestimmten Orten errichtet.
Vor allem in Bezug auf die überall im Bayerischen Wald anzutreffenden Totenbretter soll die Errichtung hier zum Gedenken an die verstorbene Personen beitragen.

 

Wegkreuz im Ortsteil Steinhütte

 

 

Neujahrsanblasen


Als Neujahrsanblasen bezeichnet man einen Neujahrsbrauch, der von Musikkapellen zum Jahreswechsel gepflegt wird.  Das Neujahrsanblasen findet meist traditionell in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr statt.

Musiker des örtlich ansässigen Musikvereins überbringen Neujahrsgrüße an alle Bewohner. Neben dem geselligen Beisammensein und dem Überbringen der Glückwünsche wird dieser Brauch auch als Spendenaufruf genutzt. Für die oft kleinen, meist gemeinnützigen Musikvereine, ist dies eine wichtige Möglichkeit um Spenden zu sammeln und um auf die Aktivitäten des Vereins aufmerksam zu machen. Oft erhalten die Musikanten auch Schnaps oder Likör.

 

Historisch handelt es sich um eine alte Tradition der Stadtpfeifer, denen zum Jahreswechsel erlaubt wurde, einen Umgang zu den Häusern der Einwohner vorzunehmen, um ihr Gehalt aufzubessern.

 

 


Sternsinger

Nach einem gemeinsamen Aussendungsgottesdienst ziehen Kinder und Jugendliche der katholischen Pfarrgemeinden in den Tagen vor dem Dreikönigsfest (6. Januar) als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus.
Sie verkünden dadurch die Frohe Botschaft des Weihnachts-Evangeliums und sammeln Spenden für Projekte der Entwicklungshilfe.

Jedes Haus wird mit "C+M+B" (Christus Mansionem Benedicat = Christus segne dieses Haus) und geweihter Kreide sowie Weihrauch gesegnet.

 

 


Schneeverbrennen

Jedes Jahr zum Winterende zelebriert die Arber Bergbahn und die Bergwacht Zwiesel ihr traditionelles Schneeverbrennen am Großen Arber.
Am Arber Osthang wird nach Sonnenuntergang mit brennenden Fackeln ein riesiges Kreuz in der Nacht entzündet und so die Wintersaison endgültig verabschiedet, sowie dem Dienst der Bergwacht während der letzten Monate gedankt.

Und während das brennende Kreuz kilometerweit im Eisensteiner Tal sichtbar ist, wird zum Abschluss gemeinsam ein letztes Mal im Arberschutzhaus eingekehrt und zünftig musiziert- zumindest bis zur nächsten Wintersaison, denn die kommt am Großen Arber bestimmt.

 

Schneeverbrennen am Großen Arber

 

 

Osterratschn

Das Ratschen ist ein Brauch, der in Bayerisch Eisenstein jedes Jahr in der Karwoche gepflegt wird.

Da ja den gesamten Karfreitag und Karsamstag über bis hin zur Osternacht die Kirchenglocken schweigen, da sie alle „nach Rom geflogen“ sind und ihr festliches Geläut während der Zeit der Grabesruhe Jesu nicht angebracht wäre, wird das Angelusläuten stattdessen im Ort mit hölzernen Lärminstrumenten durchgeführt und durch lautes "ratschen" ersetzt.

So werden anstelle der Altarschellen auch während der Messe die Ratschen verwendet und Kinder, zumeist Ministranten, ziehen mit den hölzernen Ratschn zusätzlich durch die Straßen, um die Gläubigen mit unterschiedlichen Sprüchen an die Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern.

 

Doch was sind Ratschn?
Ratschn sind aus Holz hergestellte "Objekte", mit denen durch drehen einer Kurbel kleine Holzstückchen bewegt werden, die dann aneinander schlagen und so ein ohrenbetäubendes Geklappere von sich geben.
Meist handelt es sich um Kreuzratschnn zum Hinknien.
 

Beim Ratschen wird folgender Spruch gesagt:

"Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruß,
den jeder katholische Christ beten muss.
Wir fallen gleich nieder auf unsere Knie
und beten drei Vater unser und drei Ave Marie.

 

Osterratschn- Foto Bavarian Heart Photography

 

Maibäume

 

Seit dem 18. Jahrhundert ist der Maibaum in den Traditionen der bayerischen Gemeinden fest verankert.
Festlich mit bunten Bändern, Kränzen, Gemeinde-, Vereins-, oder Zunftwappen geschmückt, warten die Bäume Jahr für Jahr als Symbol der Fruchtbarkeit auf ihre Aufstellung am 01. Mai.

An diesem Tage ist dann die Hilfe aller kräftigen Männerhände des Ortes von Nöten, um den Baum nach alter Tradition mit dicken langen Stangen, den sogenannten "Schwaibeln", nach Kommando aufzurichten. Eine bisweilen schweißtreibende Arbeit, die viel Kraft und Konzentration erfordert und bei der nach wie vor jeder Handgriff sitzen muss.
Doch ist die Tat vollbracht, so wird gejubelt und gemeinsam gefeiert und der neue Maibaum ausgiebig bewundert.

 

In den Tagen vor der Aufstellung aber steigt bereits die Aufregung, denn hier gilt es den Maibaum des Nachbarortes heimlich zu stehlen, gleichzeitig nicht erwischt zu werden und diesen dann bis zum 01.05. so zu bewachen, damit dieser nicht "rückgestohlen" werden kann. Danach gilt es eine Auslöse zu verhandeln, die meist aus Brotzeit und Bier besteht. Findet keine Auslöse statt, wird dieser Maibaum als "Schandbaum" aufgestellt.

 

 

Maibaumaufstellen in Regenhütte

 

 

Fronleichnam & Fronleichnamszug

Das Fronleichnamsfest ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.

Das Datum des Fronleichnamsfestes ist vom beweglichen Osterfestkreis abhängig. Das Fest wird am Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeitsfest, begangen (am 60. Tag nach dem Ostersonntag) und fällt somit frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni.

 

Bei der Fronleichnams-Prozession trägt ein Geistlicher den Leib Christi in Form der gewandelten Hostie durch Straßen und Felder. Die Hostie befindet sich in einer Monstranz, einem mit Gold und teilweise auch Edelsteinen verzierten liturgischen Gefäß, das häufig überdacht ist von einem Stoffbaldachin, der von einigen Gemeindemitgliedern getragen wird.

Die Gemeinde folgt dem Priester, trägt Fahnen und Blumengestecke, singt kirchliche Lieder und hält an verschiedenen Stationen, bzw. Altären, die oft mit bunten Blumenteppichen und Birkenästen verziert sind. Mit der Fronleichnamsprozession knüpfen die Christen an die lange katholische Tradition der Flurumgänge an, bei denen Gläubige schon im Mittelalter ihre Felder, Wälder und später auch Städte segneten.

 

 

 

Sonnwendfeuer

Zur Sonnwende am 21. Juni jeden Jahres werden mancherorts Feste gefeiert und Sonnwendfeuer entzündet um die kürzeste Nacht und den längsten Tag des Jahres gebührend zu feiern.

Im Bayerischen Wald sind es in der Regel Vereine, die ein Sonnwendfest organisieren, das zu ihrem Jahresprogramm gehört.
Ein Merksatz, um sich den Termin der Sonnenwende einzuprägen, lautete früher: "Von Veitl bis zur Hanneskent braucht die Sunn zur Umawend". Der Tag des Heiligen Veit ist der 15. Juni, der Johannes des Täufers ist der 24. Juni.

 

 

 

Rauhnächte

 

"Nimm Dich in Acht vor der Drud!"

Wenn einem dies im Bayerischen Wald zugeflüstert wird, dann sind die Rauhnächte nicht weit.
Denn nach altem Volksglauben stehen in den Nächten zwischen dem 21. Dezember und dem 06. Januar die Tore zum Geisterreich weit offen und ruhelose Seelen, gruselige Geister und fürchterliche Dämonen brechen auf zur wilden Hatz.
Als Rauhwuggerl, Hobangoaß, Drud oder bluadiger Dammerl trieben sie nicht nur in den Geschichten ihr Unwesen, sondern tanzen auch heute noch als echte Schreckgestalten, mit handgeschnitzten Masken, wild ums Feuer und durch die Straßen vieler Orte.

Was früher den Menschen weit mehr als nur Gänsehaut verursachte, ist auch heute noch ein schaurig-gruseliges Vergnügen.
Neben unzähligen Perchtenläufen, Hexentänzen und Co. gilt auch die Eisensteiner Rauhnacht Ende des Jahres immer als besonderer Höhepunkt im allgegenwärtigen Rauhnachtstreiben.

 

 

Eisensteiner Rauhnacht

 

 

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